Hast du jemals über die Art deiner LeserInnen nachgedacht? Wahrscheinlich besteht dein Publikum zudem aus ZuschauerInnen und ZuhörerInnen, wenn du mit Bildern und Videos arbeitest. Wie stellen wir sicher, dass Menschen Texte als angenehm und interessant empfinden? Jeder Content verlangt nach seiner eigenen Textart, aber immer steht eine gewisse Eleganz und Funktionalität im Vordergrund.

Menschen nehmen die Welt unterschiedlich wahr.

So trivial das klingt, die Auswirkungen sind es nicht. Lasst uns einen genaueren Blick auf drei Typen von Menschen werfen, wie sie nach der NLP-Methodik unterteilt werden. Der Theorie nach gehören wir – je nach bevorzugtem Wahrnehmungskanal – einer von drei Gruppen an: der visuellen, auditiven oder kinästhetischen.

Visuelle Wahrnehmung: Der Text vermittelt ein Bild

Im Grunde sehen ‚visuelle Menschen‘ gerne. Die Wahrnehmung der Welt geschieht im wahrsten Sinne aus ihrer Sicht, so dass sie hauptsächlich in Bildern denken. Auch ihre Sprache beschreibt diese inneren Bilder. Aber es gehört noch mehr dazu: Diese Menschen nehmen neue Informationen umgehend auf. Naturgemäß sprechen sie daher schnell und in beschreibender Weise, um mit ihren inneren Bildern mitzuhalten und diese mitzuteilen.

Was zeichnet einen guten Text für visuelle Menschen aus? Informationen sollten direkt und über eine visualisierende Sprache präsentiert werden. Es hilft zudem, den Inhalt in eine abwechslungsreiche und ästhetisch ansprechende Umgebung (Bilder, Videos, Illustrationen etc.) zu verpacken.

Hilfreiche Formulierungen: 

Stell dir vor, du … 

Lassen Sie uns sehen, wie  …

Auditive Wahrnehmung: Der Text klingt gut

Tatsächlich lesen ‘auditive’ Menschen gerne. Die Wahrnehmung der Welt bedeutet für sie, Stimmen (auch ihrer eigenen), Geräuschen und Worten zu lauschen. Sie denken gerne darüber nach, was und wie sie etwas sagen, so dass eine Unterhaltung mit ihnen schon mal eine Weile dauern kann. Eventuell kommen sie auf Grund ihres langsameren Tempos schwer mit ‘visuellen’ Menschen zurecht.

Wie lässt sich nun ein guter Text für die ‘auditiven‘ Typen erstellen? Der Text braucht eine korrekte Grammatik, eine logische Struktur und eine vielfältige Ausdrucksweise. Außerdem sollten Pros und Cons diskutiert werden, um ein wenig tiefer in ein Thema einzutauchen.

Hilfreiche Formulierungen: 

Wie du eventuell gehört hast, … 

Wir haben eine Expertin gebeten, die folgende Frage zu beantworten: …

Kinästhetische Wahrnehmung: Der Text erzeugt ein Gefühl

‘Kinästhetische’ Personen testen Dinge am liebsten selbst und nehmen die Welt durch Erfahrungen am eigenen Leib wahr. Dadurch ist das Lesen für sie nicht so hilfreich wie für die anderen beiden Typen. Wenn sie sich auf die Berichte oder Bewertungen anderer verlassen müssen, spüren sie keine direkte Verbindung. Es wäre grundsätzlich besser für sie, direkt mit einem Produkt oder einer Dienstleistung in Kontakt zu treten.

So schwer es scheint, diese Menschen durch bloße Worte zu erreichen, kann allerdings ein Vorteil darin liegen, bestimmte Ausdrücke zu verwenden – gerade weil ‚kinästhetische‘ Menschen die Fähigkeit haben, so intensiv zu fühlen. Wenn es gelingt, die richtigen Worte zu finden, kannst du mit einem Text eine Brücke bauen, eine Erinnerung wachrufen oder ein Gefühl erzeugen. Außerdem reagiert diese Wahrnehmungsgruppe gut auf Call-to-Actions.

Hilfreiche Formulierungen: 

Probiere es jetzt selbst.

Weißt du noch, als du als Kind …

Gemischte Wahrnehmung und wie du alle Wahrnehmungstypen ansprichst

Natürlich handelt es sich bei diesen drei Wahrnehmungstypen nur um ein Modell und die Realität ist sehr viel komplexer. Allerdings ist es wahr, dass Menschen die Welt auf unterschiedliche Weise wahrnehmen. Daher ist es von Vorteil, um die verschiedenen Wahrnehmungskanäle zu wissen und sie entsprechend zu adressieren.

Meine Empfehlung: Finde heraus, auf welche Weise dein Kernpublikum am liebsten wahrnimmt und fokussiere dich auf diese. Vielleicht richtest du deine Texte hauptsächlich an ‚auditive’ Menschen? Oder dein Produkt definiert sich über den Geschmackssinn an, so dass du die ‚kinästhetische‘ Seite der Menschen ansprichst?

Wenn deine Zielgruppe weiter gefasst ist, adressiere alle – angefangen bei der ‘visuellen’ und dann übergehend zur ‘kinästhetischen’ Ansprache – so sprichst du zuerst diejenigen mit einer schnellen Wahrnehmung an und hältst diejenigen, die etwas selbst testen wollen, bis zum Ende dabei.

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