Es gibt viele Menschen, die von Worten leben. Wie haben sie ihre Träume entdeckt und verfolgt? Welche verschiedenen Gesichter und Typen des Erfolgs gibt es in dieser Branche? Dieses Interview versucht uns diesbezüglich ein wenig zu erhellen.

Viel Spaß beim Lesen über: Katja Krajnc.

Katjas Story

Für die meisten ist es schwierig, sich in nur einem Wort selbst zu beschreiben. Aber Katja ist nicht wie die meisten, ohne Nachzudenken antwortet sie: „Fröhlich!”

Ihr Grinsen unterstreicht diese Aussage.

Auf Slowenisch würde man „vesel“ (froh) oder „igriv“ (verspielt) sagen. Katja ist Slowenischlehrerin für Expats wie mich. Momentan ist das ihr Hauptberuf, nebenbei arbeitet sie zudem an einem Wörterbuchprojekt. Bisher führte sie ihr Weg allerdings hauptsächlich in verschiedene Bereiche des Journalismus.

Ihre größte Leidenschaft sind Kommunikation und Tanzen. „Ich brauche beides für mein seelisches Wohlbefinden“, sagt Katja. Was sie auch tut, es muss ihr Freude bereiten – oder ihr zumindest Energie bringen. Bevor sie sich also auf etwas einlässt, fragt sie sich immer: Kann ich hier Freude oder Leidenschaft finden? Und es braucht ein eindeutiges  „Ja”, bevor sie weiter macht. Aber natürlich hält das Leben auch immer Herausforderungen bereit. Dann fragt sie sich: Was kann ich tun, um Freude in diese Situation zu bringen?

Wie schafft sie es, so voller Energie zu sein? „Nun, meine Motivation ist komplett intrinsisch. Alles, was ich in meinem Leben getan habe, geschah aus einem inneren Antrieb.“ Und Tanzen hilft natürlich auch. Genau wie ein bisschen Spanisch – ihre Herzenssprache.

Von Worten leben: Wie verdienst du dein Geld mit der Sprache?

„Ich lebe von Worten – das ist in mehr als einer Hinsicht wahr. Ich lebe vom Unterrichten und Projekten, die mit Sprache zu tun haben (so dass ich mein Geld damit verdiene), aber ich lebe auch von Worten – ich brauche Menschen und den kommunikativen Austausch.“

Katja ist eine passionierte Interviewerin. „Ich frage die Leute, was sie denken – immer und überall.“ Nun selbst interviewt zu werden, muss sich ein wenig komisch anfühlen. Aber sie genießt es tatsächlich, einmal auf der anderen Seite des Tisches zu sitzen: Da sie sich als rastlose Person beschreibt, braucht sie jeden Tag neue Erfahrungen – um sich kontinuierlich selbst herauszufordern. „Ich denke, ich bin einfach zu dynamisch, um an einem Ort zu bleiben. Und wenn ich doch irgendwo bleiben muss, dann sollte es wenigstens ein dynamischer Ort sein.“

Wie hat sie es also geschafft, erfolgreich zu werden – mit und von Worten lebend?

„Die meisten Studierenden vereint das gleiche Problem: Sie gehen nach dem Abschluss nicht in ihre Branche.“ Um dies zu vermeiden, begann Katja so früh wie möglich, Menschen und Unternehmen anzusprechen. Sie trat einfach an Firmen heran, die das taten, was ihr gefiel – und arbeitete für sie als Studentin oder Praktikantin. „Das empfehle ich allen, die von der Sprache leben wollen: ein konsequentes und frühes eigenes Engagement.“

Starke Führung kann einfach und lohnend sein: Katja über Vorbilder – und sich selbst.  

Katja hat zunächst Probleme damit, klassische „erfolgreiche Vorbilder“ zu benennen, da sie lieber das Leben selbst in die Hand nimmt und eigene Erfahrungen macht. „Auch fällt es mir schwer, Erfolg zu spüren. Aber die Herausforderungen steigen, und nun lerne ich, ihn wahrzunehmen.“

Was bedeutet Erfolg denn genau für sie?

„Wenn ich herausfinde, wo ich hingehen will und genug Mut habe, meinen Weg auch zu gehen.“

Wenn es darum geht, welche Menschen einen positiven Einfluss auf sie hatten, fallen ihr – neben ihrem Marathon-laufenden Vater – die Journalistin Miša Molk sowie die TV-Moderatoren Bernarda Žarn und Mario Galunič ein. „Ich liebe es einfach, ihnen zuzusehen und zuzuhören: sie wissen wirklich, wie man Worte geschickt verwendet, um eine Verbindung mit Menschen herzustellen und das beste in ihnen zum Vorschein zu bringen.“

Katja. Das ganze Bild.

Am Ende fasst sie zusammen: „Wenn du deine Story im Rückblick erzählst, ergibt sie so viel Sinn und dein Leben wird zu diesem wunderbaren Weg, dem du die ganze Zeit gefolgt bist.“ So zieht sich der rote Faden bei ihr vom Kindergarten über die darauf folgenden Stationen – Studium, Lokalzeitung, Event- und TV-Moderation – durch bis hin zu ihrem aktuellen Job als  Sprachlehrerin.

Als sie schließlich noch einmal gebeten wird, sich mit einem Wort zu beschreiben, hat sich nichts geändert.

„Fröhlich“, sagt sie. Mit einem riesigen Lächeln.

Ein fröhlicher Abend mit Katja (rechts).

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